Mein Tresen und die Barhocker Leonardo

Beim Einrichten meiner neuen Wohnung im Berliner Bezirk Pankow wollte ich diesmal einen ganz anderen Weg gehen als in meinem alten Zuhause. Glücklicherweise verfügt die Küche über einen 2-Meter langen Tresen, was einen besonderen Anspruch an meine Kreativität stellte. Ich hatte mir überlegt wie toll es wäre, mir eine kleine Bar einzurichten. Wenn also meine Freunde zu Besuch sind, ist der erste Anlaufpunkt jener Tresen, wo man sich zu einem Bier (oder zwei, oder drei…) den neusten Tratsch und Klatsch erzählt. Wie auch immer, lange Rede, kurzer Sinn – einen Tresen hatte ich schon mal, fehlten also nur noch die passenden Barhocker. Ich weiß nicht, ob es euch auch schon mal aufgefallen ist, aber in den meisten Kneipen sind die Barhocker klobige Ungetüme, meistens schon nach kurzer Zeit durchgesessen und von Ästhetik keine Spur. Da diese „Sitzgelegenheiten“ in der Regel alles andere als bequem sind (quasi ein Verbrechen am gesamten Gelenkapparat, insbesondere dem Rückrad), verzeiht man sich so schnell es geht in die nächst beste Sitzecke. Jedenfalls kam mir solch einer nicht ins Haus, soviel war mal klar. Was mir vorschwebte war ein Mix aus Sessel und Barhocker, der schon beim ersten Blick zu sagen schien: „Komm Junge, pflanz dich hin!“…na ja, ihr wisst schon.

Ich also los in die nächstgelegenen Möbelhäuser, aber schon beim ersten Durchstöbern war ich arg enttäuscht, wurden doch fast nur die üblichen langweiligen unbequemen Barhocker mit den billigen Plastikschalensitzen angeboten, die ich doch gerade nicht wollte. Nächste Anlaufstelle war demnach das Internet und nach relativ kurzer Suche wurde ich fündig: Ein kleines geschäft in Berlin vertreibt unter anderem auch eine tolle Auswahl an sehr schönen Design Barhockern, die man sonst nirgendwo findet. Darunter war auch ein Modell, von dem ich mittlerweile drei Stück mein Eigen nenne: der Leonardo! Wie auch der berühmte Freigeist und Erfinder mit gleichem Namen (nein, ich rede jetzt nicht von dem, der im eiskalten Atlantik ersoff, sondern derjenige, der die Mona Lisa gemalt hat) besticht auch der Barhocker durch Innovation und Ideenreichtum: praktisch die perfekte Symbiose vom bequemen, eleganten Sessel (auch in echtem Leder erhältlich!) und modernen Barhocker. Einmal reingesetzt will man so schnell nicht mehr runter – das hab ich dann auch erlebt, als meine Freunde zu Besuch waren. Im Null-Komma-Nix waren alle 3 Hocker hart umkämpft und die Glücklichen, die dann schließlich Platz nehmen durften (bzw. konnten) haben die Sitzhoheit so schnell nicht aufgegeben. Die ganze Sache erinnerte mich etwas an die Reise nach Jerusalem, echt witzig.

Meine kleine Hausbar hat sich mittlerweile zum zentralen Dreh- und Angelpunkt meiner Wohnung entwickelt, nicht zuletzt dank der Leonardos (und auch ein wenig wegen meiner Barkeeper-Qualitäten, das mal ganz am Rande…).